Sonderanfertigung

Eine der großen Stärken der Manufaktur Prelle war es immer, über ein "cabinet de dessin" - eine " Schatzkammer mit Zeichnungen" verfügt zu haben. Somit wurde die Tradition verlängert, die erforderte, dass früher eine Seidenweberei immer eine Partnerschaft zwischen dem Fabrikanten und einem Zeichner eingehen mußte.

Wenn die Entwicklung eines neuen Dessins heute durch das Verwenden spezieller Programme auch vereinfacht wurde, benötigt sie dennoch eine lange und gewissenhafte Arbeit, um auf dem Bildschirm jede Fadenkreuzung zu übernehmen und Spuren zu verfeinern, um eine Umsetzung des Motiv's zu erreichen.

Heute ist die Rolle des Textil-Designers beträchtlich aufgewertet worden, da ausser der Zeichnung ihm auch die Erstellung der Karten, die Wahl der Farben, das "Anweben" auf einem der 4 Handwebstühle, die speziell diesem Zweck dienen, sowie schließlich die Produktion obliegt.

Diese gebündelten Kompetenzen erlauben es der Manufaktur Prelle, den Kreativen, Architekten, Dekorateuren und Designern eine sehr enge Zusammenarbeit anzubieten und dies sowohl bei der Verwirklichung von neuen Dessins, als auch bei der Umsetzung von alten Dokumenten auf moderne Webstühle.

Creation nach einer Skizze der Künstlerin

Die Zusammenarbeit zwischen Prelle und Ruth Gurvich ist ein Beispiel aus diesem Breich:

Auf Einladung des Museums "Tissus et des Arts decoratifs"in Lyon hat die Bildhauerin einen Raum Artist room kreiert - Auf den Stoffen an den Wänden und Sitzmöbeln bedrohen die Küstenvögel die Fische, die verewigt sind auf der Porzellanserie "Etang" ( "Weiher").

Dies ist ein Anreiz zur Meditation und beschaulichen Betrachtung in einem Raum, von Menschen verlassen, wo die Natur wieder ihre Herrschaft übernimmt.

Diese 4 Aquarelle. die mit grosser Feinheit von Ruth Gurvich, speziell aus diesem Anlass realisiert wurden, sind der Beginn der Zusammenarbeit mit dem Hause Prelle.

Dank intensiven Austausches mit einem Textilzeichner wurden sie von diesem überarbeitet, um die grafischen Effekte umsetzen zu können.

Das Beherrschen dieser Interpretation, dem das Haus Prelle einen Teil seines Rufes verdankt, erlaubt es, das Werk der Künstlerin auf einem Seidenstoff zu verwirklichen.

links die Skizze. in der Mitte die Webkarte. rechts der Stoff.

Verstreut auf einem Hintergrund Pflanzenzusammensetzung mit 4 verschiedenen Vögel haben musterapport von 308 cm.

Creation nach einem Dokument aus den Archiven

Die " Suzanis ", stammen aus Usbekistan. Es sind Wandteppiche aus Baumwolle, die früher von jungen Frauen und ihren Familien bestickt wurden, um ihre Mitgift zu sichern. 4 - 6 schmale Bahnen aus Baumwolle, Leinen oder Seide wurden zuerst zusammengenäht und bildeten dann einen grossen Wandbehang. Darauf wurden Blüten oder Bouquets gezeichnet. Die Bahnen wurden anschliessend wieder voneinander getrennt und an die Braut und deren weibliche Familienmitglieder verteilt, damit sie diese Motive mit Seidengarnen ausstecken. Nach Fertigstellung wurden die Bahnen wiederum zu einem großen Wandteppich zusammengefügt, der dadurch oftmals in sehr lebhaften Farben bestickt war.

Dieses Dokument aus Zentralasien ist Bestandteil unseres Archives, genauer gesagt ein Teil des Fonds von Lamy und Girard, unserer Vorgänger. Es stammt wahrscheinlich aus dem XIX. Jahrhundert. Auf dem blauen indigo gefärbten Leinen lösen sich Sonnenräder. die in rot und beige gestickt sind.

Der zeitlose Charakter der Symbolik von Gestirnen und der derzeitige Sinn für ethnische Dekorationen war uns Anreiz genug, dieses Dokument mit Sorgfalt zu reproduzieren.

Im Jahr 1921, dem Jahr seiner 1.Reproduktion, hat man besonderen Wert auf die Vollkommenheit der Biegungen und Wiederholungen der Formen gelegt, mit dem Resultat eines perfekten Motiven.

Für die Creation im Jahr 2013 wird im Gegenteil die Unregelmässigkeit der Formen bevorzugt und jedes Motiv wird unterschiedlich bearbeitet, um dem Geist und Glauben der damaligen persischen Epoche treu zu bleiben, wonach die Perfektion allein Gott vorbehalten sei. Die Wahl eines schlichten Gewebes wie der " Schappeseide " oder " Florettseide " genannt " steht auch diesem Anspruch nach Authentizität nicht entgegen.

Mehrere Proben haben uns bestärkt, so nah wie möglich an der historischen Farbgebung festzuhalten. Das gelb als Hinweis auf die Sanftheit der Einlegearbeiten aus Stroh, das Rot als Erinnerung an die Symbolik des Gedeihens und der Fruchtbarkeit des Granatapfels und der blaue Grund des traditionellen Indigo.

Asymmetrie und Unvollkommenheit geben diesem Stoff seines Charme und verleihen ihm die persönliche Note einer Handstickerei.

Détissage de chaînes

A la fin de l'année 2014, Guillaume Lebatard annonce la fermeture de son atelier familial de pliage et de détissage de chaînes en soie à la Croix-Rousse.

Pour la manufacture Prelle, c'est un crève coeur car depuis des décennies, la famille Lebatard exécute la 3° étape de la fabrication des impressions sur chaîne :

  • Premier tissage assez lâche de la chaîne, afin de lier légèrement les fils pour éviter qu'ils se déplacent et les maintenir absolument parallèles,
  • Application des couleurs à plat, à la main, par cadres successifs sur une table d'impression.
  • Détissage de la trame à la main
  • Retissage final avec une tension normale de la trame

Accord est pris avec Guillaume Lebatard pour que son matériel et son savoir faire soient transmis à Prelle. Plusieurs séances de formation plus tard, la méthode, l'organisation et les "petites" astuces sont maitrisées par Chantal, Mélanie et Lydia :